Forschung & Entwicklung
Logosynthese® untersuchen und weiterentwickeln
Logosynthese® ist aus der praktischen Arbeit mit Menschen entstanden und wird seit ihrer Entwicklung in unterschiedlichen persönlichen und professionellen Kontexten angewendet.
Am Logosynthese Institut Schweiz (LIS) möchten wir praktische Erfahrung, fachliche Reflexion und wissenschaftliche Untersuchung miteinander verbinden.
Wir verstehen Forschung als einen
Entwicklungsprozess
Erfahrungen aus der Praxis können Fragen aufwerfen. Fallberichte können Beobachtungen sichtbar machen. Systematische Untersuchungen
können dazu beitragen, diese Beobachtungen wissenschaftlich zu
überprüfen.
Dabei unterscheiden wir bewusst zwischen praktischer Erfahrung,
theoretischen Annahmen und wissenschaftlicher Evidenz.
Formen der Dokumentation und Untersuchung
Wo stehen wir heute?
Erste Forschung – weitere Schritte sind notwendig
Die wissenschaftliche Untersuchung der Logosynthese® befindet sich noch in einem
frühen Entwicklungsstadium.
Am LIS liegen unterschiedliche Formen der Dokumentation und Untersuchung vor:
Eine erste klinische Pilotstudie untersuchte die zusätzliche Anwendung von Logosynthese® in einem stationär-psychiatrischen Setting.
Erfahrungen aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern wurden in Einzelberichten und Fallstudien dokumentiert.
Als nächster Entwicklungsschritt wird die Durchführung systematischer Multicenter-Fallstudien angestrebt.
Unser Ziel ist nicht, mehr zu behaupten, als die vorhandenen Daten erlauben.
Wir möchten dazu beitragen, Logosynthese® Schritt für Schritt wissenschaftlich zu untersuchen und offene Fragen sichtbar zu machen.
Eine erste klinische Pilotstudie
Logosynthese® in der stationären Psychotherapie
In einer retrospektiven Pilotstudie wurde untersucht, ob die zusätzliche Anwendung von
Logosynthese® im Rahmen einer stationären psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung mit Veränderungen im Behandlungsergebnis verbunden war.
Die Untersuchung umfasste 93 Patient:innen der Privatklinik Mentalva in Cazis aus dem Jahr 2015.
80 Patient:innen erhielten die etablierte psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung.
13 Patient:innen erhielten zusätzlich zweimal wöchentlich eine Stunde Logosynthese®.
Als Messinstrumente wurden HoNOS (Health of the Nation Outcome Scales), BDI
(Beck Depression Inventory) und BSCL (Brief Symptom Checklist) eingesetzt.
Die Studie entstand unter Beteiligung von:
Dr. med. Suzanne von Blumenthal – Logosynthese Institut Schweiz
Mathias Egger, MSc – Psychiatrische Dienste Graubünden
Dr. med. Andres Ricardo Schneeberger – Albert Einstein College of Medicine / Psychiatrische Universitätsklinik Zürich.
Zum Beispiel ein Bild von den Beteiligten an der Studie
Was zeigte die Pilotstudie?
Ein erstes Signal – kein abschließender Wirksamkeitsnachweis
Beim psychosozialen Funktionsniveau (HoNOS) zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Logosynthese®- und der Kontrollgruppe. Bei der depressiven Symptomatik (BDI) und der allgemeinen Symptomlast (BSCL) ergaben sich dagegen keine statistisch
signifikanten Gruppenunterschiede. Auf dem Poster ist dieser Unterschied auch grafisch dargestellt: Die mittlere HoNOS-Differenz beträgt dort 3,3 in der Logosynthesegruppe gegenüber 0,4 in der Kontrollgruppe.
Wie ordnen wir dieses Ergebnis heute ein?
Die Untersuchung liefert einen ersten Hinweis auf ein mögliches Potenzial der Logosynthese®
im klinischen Kontext.
Aufgrund des retrospektiven Designs, der kleinen Interventionsgruppe und der fehlenden
signifikanten Unterschiede bei zwei der drei verwendeten Outcome-Instrumente lassen sich daraus
jedoch keine abschließenden Aussagen über die Wirksamkeit von Logosynthese® ableiten.
Bereits die damaligen Autor:innen hielten ausdrücklich fest:
„Diese Studie kann zwar nicht den endgültigen Nachweis der Wirksamkeit der Logosynthese liefern“
Fallberichte & Fallstudien
Erfahrungen systematisch
sichtbar machen
Neben der Pilotstudie liegen Einzelberichte und Fallstudien aus der
Anwendung der Logosynthese® vor.
Sie können beispielsweise dokumentieren:
• mit welcher Ausgangssituation gearbeitet wurde
• wie der Logosynthese® Prozess gestaltet wurde
• welche Veränderungen beobachtet wurden
• wie Fachperson und Klient:in den Verlauf einschätzten
• welche Fragen oder Grenzen sich aus dem Fall ergeben
Fallberichte können wertvolle Hinweise
geben – sie sind jedoch kein
Wirksamkeitsnachweis.
Sie können helfen, Hypothesen zu entwickeln, Anwendungsprozesse
genauer zu beschreiben und Fragestellungen für weitere Forschung
abzuleiten.
Der nächste Schritt
Multicenter-Fallstudien
Ein nächster Entwicklungsschritt ist die Vorbereitung systematischer Multicenter-Fallstudien.
Dabei sollen dokumentierte Fälle aus unterschiedlichen Praxen und professionellen Kontexten nach gemeinsamen Kriterien erfasst und ausgewertet werden.
Das ermöglicht, Erfahrungen nicht nur aus einer einzelnen Praxis oder Institution zu betrachten, sondern Daten aus mehreren beteiligten Zentren beziehungsweise Fachpraxen zusammenzuführen.
Mittelpunkt stehen Fragen wie:
• Bei welchen Fragestellungen wird Logosynthese® eingesetzt?
• Wie werden die Prozesse durchgeführt?
• Welche Veränderungen werden im Verlauf beobachtet?
• Wie lassen sich diese Veränderungen systematisch erfassen?
• Welche Unterschiede zeigen sich zwischen Anwendungsfeldern und Personengruppen?
• Und welche neuen Forschungsfragen entstehen daraus?
Dieses Forschungsprojekt befindet sich derzeit in Entwicklung.
Von der Praxis zur Forschungsfrage
Ein schrittweiser Forschungsweg
Erfahrungen aus der praktischen Anwendung
Einzelfälle und Fallberichte systematisch erfassen
Fälle aus unterschiedlichen Praxen und Anwendungsfeldern zusammenführen
Fragestellungen und Hypothesen mit geeigneten wissenschaftlichen Designs überprüfen
Forschung beginnt für uns mit guten Fragen – nicht mit fertigen Antworten.
Forschung und Weiterentwicklung am LIS
Offen für Ergebnisse
Wissenschaftliche Auseinandersetzung bedeutet für uns auch, dass Ergebnisse
nicht vorweggenommen werden.
Forschung kann Annahmen bestätigen, differenzieren oder infrage stellen.
Deshalb möchten wir Logosynthese® nicht nur aus der Erfahrung ihrer Anwender:innen
beschreiben, sondern ihre Anwendung und mögliche Wirkungen zunehmend
systematisch untersuchen.
Dazu gehören:
• Dokumentation von Praxis und Fallverläufen
• Entwicklung geeigneter Erhebungsinstrumente und Forschungsdesigns
• Zusammenarbeit mit Fachpersonen und Institutionen
• kritische Diskussion von Ergebnissen
• Publikation und fachlicher Austausch
• Weiterentwicklung des Modells und seiner Anwendung
Wissenschaftlicher Austausch & Kooperation
Forschung braucht Zusammenarbeit
Die erste Pilotstudie entstand bereits in Zusammenarbeit zwischen dem Logosynthese Institut Schweiz, den Psychiatrischen Diensten Graubünden sowie Forschenden mit Verbindung
zum Albert Einstein College of Medicine und zur Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.
Auch für zukünftige Forschungsprojekte möchten wir den Austausch mit Fachpersonen, Praxen, Kliniken und wissenschaftlichen Institutionen fördern.
Interesse an einer Forschungskooperation?
Fachpersonen oder Institutionen, die sich für Forschung zu Logosynthese® oder eine mögliche Beteiligung an zukünftigen Projekten interessieren, können mit uns Kontakt aufnehmen.
Publikationen & Forschungsbeiträge
Forschung transparent zugänglich machen
Die Effektivität von Logosynthese – eine Pilot-Wirksamkeitsstudie zu neuen Methoden der integrativen Psychotherapie
Suzanne von Blumenthal, Mathias Egger, Andres Ricardo Schneeberger
Retrospektive Untersuchung einer stationären Patientenpopulation mit 93 Patient:innen.
Fallberichte & Fallstudien
Test
Unser Anspruch
Neugierig bleiben. Genau hinschauen. Transparent kommunizieren.
Logosynthese® verbindet ein eigenes Menschen- und Veränderungsmodell mit praktischen
Erfahrungen aus unterschiedlichen Anwendungsfeldern.
Die wissenschaftliche Evidenz ist derzeit noch begrenzt.
Wir sehen darin keinen Grund, Forschung kleinzureden – sondern einen Auftrag, weitere Fragen zu stellen, Erfahrungen systematisch zu dokumentieren und geeignete Untersuchungen zu
entwickeln. Wir möchten wissen, was Logosynthese® bewirken kann, wo ihre Grenzen liegen und für welche Fragestellungen sie sinnvoll eingesetzt werden kann.